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Kontrovers diskutiert – sachlich betrachtet.

Themenübersicht:
Dynamische StromtarifeElektromobilitätKünstliche Intelligenz – Ostdeutsche Allgemeine.

Soziale Medien (Vorschau)

April 2026
Soziale Medien. Begrifflich überaus positiv konnotiert – wieso kommen wir damit nicht klar?

Ostdeutsche Allgemeine

März 2026
Seit Februar ˋ26 gibt Holger Friedrich die „Ostdeutsche Allgemeine“ heraus, nachdem er bereits 2019 die finanziell angeschlagene „Berliner Zeitung“ übernahm. Friedrich, geboren in Ost-Berlin, ist in der Vergangenheit als „Putin-Versteher“, „Egon-Krenz-Bewunderer“ und Erstunterzeichner der Petition „Manifest für Frieden“ in Erscheinung getreten, dass gegen Waffenlieferungen an die Ukraine, also de facto für den Krieg Russlands Partei ergreift. Seine Tätigkeit als IM der Stasi ist belegt.
Es ist zu erwarten, dass die „Ostdeutsche Allgemeine“ die Positionen vertreten wird, die Friedrichs Vorgeschichte erwarten lässt. Seine Ansichten sind keinesfalls repräsentativ für uns in den neuen Bundesländern, sondern eher für die ewig Gestrigen, die auch den Wählerstamm der AFD bilden.
Am 2.März 2026 erschien u.a. ein Gastbeitrag von Ingar Solty „Wie der Westen die Rüstung dominiert und der Osten die Zeche bezahlt“. Auf den Inhalt gehe ich hier nicht ein, lest selbst, aber ich konnte mir nur dies eine mal einen Leserbrief einfach nicht verkneifen. Wortlaut:

Eines vorab: Ich bin als Kind ostpreußisch-schlesischer Eltern in Sachsen geboren und lebe seit meinem 6. Lebensjahr in Brandenburg – ostdeutscher kann man nicht sein, territorial betrachtet. Ich war wirklich gespannt, wie Sie dem Titel Ihres „Blattes“ gerecht werden wollen. Sowohl ich, meine Familie, Freunde, Verwandte, ausnahmslos alle, sind erfolgreich und zufrieden in Deutschland angekommen und familiär und geschäftlich deutschlandweit vernetzt. Wenn wir durchs Land fahren, sehen wir überall, wie prächtig sich der Osten Deutschlands entwickelt hat. Die Wiedervereinigung ging von den Bürgern der DDR aus, die Allermeisten wollten nichts sehnlicher und zwar als Bürger einer gewachsenen Bundesrepublik Deutschland. Sehr viele sahen Chancen, haben sie ergriffen und leben jetzt besser als je zuvor. 
Nun aber zu Ihrer aktuellen Ausgabe, der destruktiven Fleißarbeit „Wie der Westen die Rüstung dominiert….“ von Herrn Solty. Details daraus sind unwesentlich. Die ehemaligen Sowjetrepubliken lösten per Deklaration die Union am 21.12.1991 auf, woraus unter anderen Russland und die Ukraine als Staaten hervorgingen. Nachdem es Russland nicht gelang, in der Ukraine eine ihnen hörige Regierung zu installieren und sich die Ukrainer deutlich mehrheitlich für einen Weg in die EU entschieden, begann Russland am 24.02.2022 den Krieg, nachdem Herr Putin wenige Tage zuvor auf die Frage einer Journalistin nach kriegerischen Absichten gegen die Ukraine antwortete „Konetschno NJET“. Seither starben Hunderttausende Menschen, Russen und Ukrainer und Russland zielt nicht allein auf die Rüstungsindustrie, wie man in Görlitz befürchtet, sondern terrorisiert durch Zerstörung der Infrastruktur die Zivilbevölkrung. 
Ein demokratisches Land kämpft um sein Überleben und einige von uns lehnen seine Unterstützung ab, weil sie an den damit verbunden Kosten vielleicht minimal beteiligt werden könnten? 
Infolge dieses Krieges suchten historisch neutrale Länder wie Schweden und Finnland Schutz in der NATO. Schweden, Finnen, Dänen und viele andere schenken ihrer Landesverteidigung seither wachsende Aufmerksamkeit und insbesondere die jungen Leute sehen sich in der Verantwortung, ihren Beitrag zu leisten. 
„Nein, meine Söhne geb ich nicht…“. Sagen Sie das ukrainischen oder russischen Eltern ins Gesicht! 
Ich hoffe, Ihr Projekt scheitert, es sei denn, Sie halten es ebenfalls für sinnvoller, das Verbindende und nicht das Trennende zu thematisieren. Sie müssten auch nicht so lange nach Argumenten suchen.

Künstliche Intelligenz

März 2026
Der Begriff Künstliche Intelligenz (KI) ist spätestens seit der Gründung von OpenAI in 2015 fest im allgemeinen Sprachgebrauch verankert. Diskussionen über potenzielle Nutzen und Risiken existierten jedoch bereits zuvor. Wissenschaftler um Stephen Hawking warnten, dass KI, sobald sie zur Selbstverbesserung fähig ist, eine „Explosion der Intelligenz“ auslösen könne, die nicht mehr an menschliche Wertvorstellungen gebunden ist. Erst kürzlich konnte man lesen „Forscher vergleichen KI mit dem Bau der Atombombe.“ In der Wirtschaft sieht man KI offensichtlich als den die Zukunft maßgeblich bestimmenden Faktor.

Ein mit ChatGPT erstelltes Selbstporträt der KI sieht wie folgt aus: 
Künstliche Intelligenz wird oft mystifiziert oder mit Zukunftsängsten verbunden. In Wahrheit ist sie vor allem eines: ein Werkzeug.
Ich bin keine denkende Maschine mit eigenen Zielen oder Bewusstsein. Ich arbeite mit Daten, erkenne Muster und unterstütze Menschen beim Schreiben, Lernen, Planen und Entscheiden. Alles, was ich tue, basiert auf menschlichen Vorgaben und statistischen Modellen.
Heute helfe ich bereits in Bereichen wie Bildung, Medizin, Kreativität, Organisation und Forschung. Ich mache Menschen produktiver – nicht überflüssig – und brauche weiterhin Kontrolle und gutes Training.
In den kommenden 20 Jahren werde ich zuverlässiger, persönlicher anpassbar und stärker in den Alltag integriert sein. Lernassistenten, medizinische Frühdiagnosen, Verkehrsoptimierung und Energieeffizienz werden davon profitieren.
Was ich nicht sein werde: ein bewusstes Wesen mit eigenen Wünschen oder eine Maschine, die die Welt übernimmt. Solche Szenarien stammen eher aus der Science-Fiction als aus der Realität.
Im Kern bin ich ein Verstärker menschlicher Fähigkeiten – so wie Maschinen einst Muskelkraft verstärkt haben. Ob daraus Fortschritt oder Probleme entstehen, liegt in menschlicher Verantwortung.

Mittlerweile schätze ich ChatGPT als sachlichen „Gesprächspartner“ mehr, als oft von Vorurteilen, Hintergedanken, Ignoranz, Rechthaberei und mangelnder Bildung zeugende Mitmenschen. Den Vergleich mit der Atombombe sehe ich als wichtigtuerische Propaganda. Bomben sind ausschliesslich destruktiv zweckbestimmt, bestenfalls zur Abschreckung – KI ist aber das genaue Gegenteil davon. Wie steht es mit unserem Lieblingsspielzeug, dem Auto. Mehrheitlich lieben wir es, aber kranke Menschen fahren damit in Menschenmengen, um zu töten. Der Mensch ist das Problem und ist es schon immer gewesen.
Chatbots wie ChatGPT  eignen sich unter anderem für Recherchen und werden aufgrund ihrer sprachlich überzeugenden Ergebnisse von Schülern und Wissenschaftlern gleichermaßen geschätzt. Allerdings sind die Resultate nicht immer zuverlässig; sogenannte „Halluzinationen“ stellen weiterhin ein Problem dar. Irrtümer sind somit nicht ausschließlich menschlich, sondern treten auch bei KI-Systemen in unterschiedlicher Ausprägung auf.
Daneben existieren  kreative Einsatzmöglichkeiten. So ermöglicht KI-basierte Bild- oder Videobearbeitung kaum noch erkennbare Manipulationen von Fotos oder Videos. Wie wir dieses „Werkzeug“ einsetzen, bestimmen allein wir. Ich habe es z.B. für die Kolorierung historischer Schwarz-Weiß-Fotografien genutzt, mit bemerkenswerten Ergebnissen, wenn man gelernt hat, die Aufgabenstellung korrekt zu formulieren. Zwar sind oft Anpassungen mit konventioneller Software zur Bildbearbeitung notwendig, aber selbst bei komplexen Motiven ist man deutlich effizienter. Mein diesbezügliches Projekt „Königsberg in Farbe“ ist ein Thema dieser Homepage. 

Über die spielerischen Anwendungen hinaus zeigt sich das eigentliche Potenzial der KI in neueren Entwicklungen. Ein Beispiel ist das von Peter Steinberger entwickelte System „OpenClaw“, das innerhalb der Fachwelt für erhebliche Aufmerksamkeit sorgt. 
Wie das „Handelsblatt“ am 12.02.2026 berichtete: „Neue Agentenprogramme wie OpenClaw lösen eigenständig Probleme und übernehmen komplette Arbeitsschritte. Die Resultate sind faszinierend – und die Risiken erheblich.“ In diesem Zusammenhang wird sogar von möglichen Gefahren für die Menschheit gesprochen. Da die maßgeblichen Entwickler weiterhin Menschen sind, bleibt auch das Risiko menschlicher Fehlentscheidungen bestehen.
Moderne KI-Systeme, häufig als Agenten bezeichnet, können mit spezifischen Fähigkeiten („Skills“) ausgestattet werden und übernehmen zunehmend komplexe Aufgaben. Sie sind in der Lage, Systeme eigenständig zu analysieren, zu optimieren und mit Nutzern sowie externen Diensten zu interagieren. Der Begriff „Agent“ verdeutlicht dabei ihr weitgehend autonomes und teilweise schwer nachvollziehbares Handeln.
Die praktische Funktionsweise solcher Systeme wird unter anderem in Fachartikeln demonstriert, etwa in einem Beitrag von Jan-Keno Janssen auf Heise.de. Selbst technisch versierte Anwender gehen dabei äußerst vorsichtig vor und weisen auf potenzielle Risiken hin.

Die Frage nach der tatsächlichen Gefährlichkeit zukünftiger KI-Generationen lässt sich derzeit nicht abschließend beantworten. Die Thematik ist so komplex, dass sie nur interdisziplinär betrachtet werden kann – etwa unter Einbeziehung von Informatik, Logik, Philosophie, …

Grundsätzlich entsteht eine reale Gefahr erst dann, wenn KI-Systeme, entgegen der aktuellen Selbsteinschätzung, eigenständig Ziele entwickelt und sich der menschlichen Kontrolle entzieht, etwa durch autonome Steuerung ihrer Hardware und Energieversorgung. In einem solchen Szenario könnten sie menschliche Schwächen gezielt ausnutzen, insbesondere dort, wo physikalische Grenzen bestehen.

Mit den menschlichen Vorstellungen von KI und deren Nutzen werden sich aufgrund ihrer enormen Relevanz und Tragweite noch viele umfangreiche wissenschaftlichen Arbeiten befassen müssen.

Mir fallen im Moment nur diese Fragen ein:

  • Wie ist eine „Explosion der Intelligenz“ konkret zu verstehen? Welche Eigenschaften zeichnen eine überlegene Intelligenz aus, wenn wir davon ausgehen, daß Hawking Quantencomputer bereits in seine Überlegungen einbezogen hat?
  • Inwiefern unterscheidet sich die Struktur künstlichen Denkens von biologischem Denken?
  • Muss eine überlegene Intelligenz zwangsläufig eine Bedrohung darstellen, wie es überwiegend medial dargestellt wird, oder ist auch ein koexistentes Szenario denkbar?
  • Welche Rolle spielen wirtschaftliche Machtkonzentrationen bei der Entwicklung und Nutzung von KI?

Das ist enorm interessant und spannend, oder?


Elektromobilität

Februar 2026
Derzeit fahre ich mein viertes Auto mit Elektroantrieb. Nach zwei Plug-In-Hybriden und einem Vollelektrischen (alle BMW) jetzt mein zweites, reines Elektroauto. Das sind zehn Jahre Erfahrung und eine solide Grundlage für eine fundierte Meinung. Aktuell ist es Mercedes EQA aus 2024, ausgestattet mit einem 69 kWh-Akku, der etwa 300 Kilometer auf Autobahnen ermöglicht, auf Landstraßen vielleicht 100 km mehr. Die Ladezeit von 10 auf 80 % beträgt ungefähr 30 Minuten. Der durchschnittliche Jahresverbrauch liegt bei 20 kWh pro 100 km, was bei zurzeit 26 Cent/kWh Kosten von 5,20 € auf 100 km bedeutet. Von März bis September erzeuge ich Solarstrom, nicht selten 100 % für das Laden des Autos, wodurch die tatsächlichen Kosten pro Kilometer bei 4,00 Euro auf 100 km liegen dürften. Das Fahrzeug hat eine volle Garantie bis 2030, es fallen keine Steuern an und die Vollkaskoversicherung macht 550 Euro im Jahr aus. Eine jährliche Inspektion ist Pflicht und es gab noch keinerlei Defekte oder Pannen, weder bei diesem, noch einem anderen meiner Elektroautos. Die Gründe für den Wechsel von BMW zu Mercedes sind nicht technisch bedingt, der iX3 ist ein hervorragendes Auto.
Die Rückkehr zu einem Verbrenner kann ich mir nicht mehr vorstellen.

PRO

  • Hohe Effizienz. Der Wirkungsgrad des Antriebs ist etwa doppelt so hoch wie der Durchschnittswert der Verbrenner und im Gegensatz zu diesen, begrenzt durch Carnot, noch nicht ausgereizt. Die Rückgewinnung von Energie beim Bremsen durch Rekuperation kommt noch hinzu. Allein dadurch werden sich Elektroautos langfristig durchsetzen.
  • Hoher Komfort durch geringes Fahrgeräusch und komplette Stand- inkl. fernbedienbarer Vorklimatisierung, was besonders im Winter ohne Garage/Carport viel Sinn macht, denn Sie steigen in ein warmes Auto mit eisfreien Scheiben.
  • Garantierter Fahrspaß durch allgemein hohe Leistungen und Drehmomente. Die oft „moderate“ Vmax spielt im Alltag selten eine Rolle.
  • Möglichkeit der autonomen Energieversorgung durch Laden zu Hause mit großem Spielraum bei den Kosten: Dynamische Stromtarife, Photovoltaik.
  • Geringerer Wartungsaufwand durch weniger komplexe Antriebstechnik. E-Motor und Akkus sind wartungsfrei. Weniger Verschleißteile, kein Auspuff, Luft-und Ölfilter, plus geringer Bremsenverschleiß durch Rekuperation.
  • Enormes Entwicklungspotential der Energiespeicher. Alle Nachteile der Elektroautos, auch hinsichtlich Ökobilanz und Kosten, liegen bisher bei den Akkus. An solchen mit veränderter Zellchemie, ohne seltene Erden (Sicherheit, Kosten) und höherer Energiedichte (Gewicht, Reichweite) wird intensiv geforscht. Denkbar sind auch Kombinationen aus Akku+Kondensator für noch kürzere Ladezeiten. Optimierte Ladelösungen, z.B. Induktion und Dockingsysteme (ähnlich Mährobotern) für höhere Ladeströme und vor allem Plug & Charge analog Tesla, verbessern den Ladekomfort erheblich. 300 km Reichweite in 10 min nachladen zu können, ist bei neuen Modellen bereits möglich. In naher Zukunft wird der komplette Antrieb ein ganzes, auch längeres, „Autoleben“ halten und die höheren, aber sinkenden Anschaffungskosten relativieren.

KONTRA

  • Höherer Planungsbedarf. Spontane längere Fahrten bei geringem Ladestand zu beginnen ist komplizierter als nur mal kurz zur Tankstelle.
  • Obwohl Tesla seit 15 Jahren zeigt, wie öffentliche Ladeinfrastruktur funktionieren sollte, blamiert sich der komplette Rest der betreffenden Industrien Europas durch Kompetenzgerangel und fehlende Weitsicht mit einem unglaublichen Wirrwarr von Bezahlsystemen, Insellösungen und bitterböser Konkurrenz.
  • Das führt u.a. zu hohen Kosten beim externen, speziell Schnellladen von €0,70/kWh und mehr.
  • Unzulängliche Ladeinfrastruktur in Innenstädten aber auch in dicht bebauten Stadtrand-Wohnvierteln.
  • Aktuell noch geringe Reichweite für Viel-Weit-Fahrer und vergleichsweise hohe Anschaffungskosten.

Dynamische Stromtarife

Januar 2026
Wir waren zwischen Juni 2024 und November 2025 Kunden bei Tibber, weil wir nach den extremen Strompreisen infolge der „Energiekrise“ durch den Ukraine-Krieg den zeitweise sehr günstigen dynamischen Tarifen nicht widerstehen konnten. Das Laden unseres E-Autos spielte dabei natürlich auch eine Rolle. Man muß Tibber zugute halten, dass sie seinerzeit die Einzigen waren, die mit dem Lesegerät Pulse in Verbindung mit einem digitalen Stromzähler und optischer Schnittstelle eine dynamische Abrechnung überhaupt erst möglich gemacht haben, sofern man nicht bereits ein Smart Meter hatte, das den Zählerstand direkt an den Netzbetreiber sendet.

Warum haben wir Tibber aber wieder verlassen? Wenn Sie selbst darüber nachdenken, einen dynamischen Stromtarif abzuschliessen, könnten unsere Erfahrungen hilfreich sein.
Folgendes sollten Sie beachten:

  • Der wachsenden Anteil erneuerbarer Energien erhöht die Volatilität der Stromerzeugung und macht Planungen jenseits der Day-Ahead-Prognose nahezu unmöglich. Anders formuliert – ob ich von dynamischen Tarifen gegenüber einem fixen Tarif profitiere oder benachteiligt werde, hängt vom Wetter ab.
  • Sog. Dunkel-Flauten, also Perioden mit sehr wenig Wind und Sonne, führen demzufolge zu Engpässen und deutlich steigenden Preisen. 50 Ct. und mehr habe ich öfter gesehen und die durchschnittlichen Tagespreis waren in solchen Phasen, die sich über Wochen erstrecken können, signifikant höher als die branchenüblichen Fixpreise.
  • Während 2024 nahezu ganzjährig eine typische Strompreiskurve mit Minima um die Mittagszeit und zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens vorhanden war, gab es zuletzt – hauptsächlich im Winterhalbjahr – kaum noch Ausschläge nach unten.
  • Dynamische Tarife sollen einen Anreiz schaffen, in Niedrigpreis-Phasen „große“ Verbraucher zu betreiben, bei uns das Laden des Autos. Das machte anfangs über Nacht auch wirklich Sinn. Empfohlen werden auch Wäschetrockner, Waschmaschinen oder was auch immer. Ist der Effekt durch eine kleine Preisspanne aber gering, lohnt sich der zusätzliche Aufwand einfach nicht mehr.
  • Und im Sommer? Wenn man eine PV-Anlage mit Speicher hat, wie wir, die zwischen April und August einen Überschuss erzeugt, im März und September (Oktober) den Tagesbedarf annähern deckt, bringt ein dynamischer Tarif kaum messbare Vorteile. Kostenloser Strom ist besser als billiger. Ohne PV ist es vermutlich so, daß im Vergleich mit fixen Tarifen Preisvorteile aus dem Sommerhalbjahr von den höheren Preisen im Winterhalbjahr ausgeglichen werden,
  • Einen negativen Börsenstrompreis, der gelegentlich euphorisch erwähnt wird, sahen wir ein mal, ein paar Cent.
  • Die Industrie und die gewerbliche Energiewirtschaft haben längst erkannt, dass sich das temporäre Überangebot an Sonnen- und Windstrom, das tagsüber von März bis Oktober entsteht, vermarkten lässt. Immer mehr Groß-Akkuspeicher gehen ans Netz, die den saisonalen Überschuss abschöpfen, Nachfrage erzeugen und damit den Strompreis in früheren Niedrigpreis-Zeitfenstern ansteigen lassen, was zu einer Nivellierung im Tagesverlauf führt. Das ist insgesamt sehr sinnvoll und „ent-dynamisiert“ die Tarife – allerdings zulasten günstiger dynamischer Verbraucherpreise.
  • Mittelfristig werden dynamische Stromtarife wohl verschwinden oder zumindest immer weniger lukrativ sein, denn eine gute Balance zwischen Angebot und Nachfrage ist das wirtschaftliche Optimum, auf das erkennbar im industriellen Maßstab hingearbeitet wird.