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Kontrovers diskutiert – sachlich betrachtet

Themenübersicht:
Fernandes …- Dynamische StromtarifeElektromobilitätKünstliche IntelligenzOstdeutsche AllgemeineSoziale MedienThe Pioneer – Ungarn 26.

Ungarn 12.04.2026

April 2026
Es gibt zwar bisher nur die Pressemeldungen bei 99% der ausgezählten Stimmen, aber Peter Magyar und seine Tisza haben das Wunder von Budapest vollbracht – die notwendige Zweidrittelmehrheit für notwendige Veränderungen.
Mein besonderer Dank geht, ausschliesslich in diesem Zusammenhang, an Mr. Trump und seine Regierung. Ihre destruktive MAGA-Politik und das aktuelle Komplettversagen im Umgang mit dem Iran, haben vmtl. auch viele Ungarn auf Distanz gehen lassen. Die demonstrative Parteinahme für Orban kam genau im richtigen Moment und hat diesem wohl verdient geschadet.

Mögen von dieser Wahl Impulse ausgehen. Autokratien sind im 21. Jahrhundert weniger denn je die Lösung- genau wie Demokratien ohne Mut zu Erneuerung. P. Magyar weiß offenbar wie es geht, Merz & Co – fragt ihn.
Für den Moment freue ich mich einfach nur und habe wieder Hoffnung, dass unser „bürgerliches“ Weltbild seine Ausstrahlung nicht verloren hat. Demokratie statt Autokratie und Vernunft statt Konfrontation.

Fernandes vs. Ulmen

April 2026
Wieder einmal wird die Inquisition bemüht, um die Häresie der vernunftberaubten Meinungshoheit in unserem Lande durch mediale Steinigung zu bekämpfen. Ähnlich wie damals, als Herr Ofarim mit bestürzter Miene den wieder erwachten Antisemitismus im Heimatland der Nazis am eigenen Leibe spüren musste – gelogen, wie wir längst wissen.
Wer einen Davidstern trägt, oder einen BH, hat immer Recht?

Jede Wette, dass diese Aussagen ebenfalls zur Steinigung führen würden, Meinungsfreiheit hin oder her und ja, hierbei sachlich zu bleiben, ist mir nur zum Teil gelungen.

Liebe Frauen, liebe Juden! Margot Friedländer, Frau und Jüdin, sagte vor dem allgemein bekannten Hintergrund ihrer Biografie: „Seid doch Menschen, wir sind alle gleich.“
Den Fanatikerinnen erklärt, denn in den genannten und ähnlich gearteten Causae, teils logisch, seid Ihr immer die Mehrheit: Es gab und gibt Nazis, es gab und gibt Männer, die Frauen auf verschiedenste Weise peinigen und es gab und gibt Frauen, die Nazis und/oder Mörder sind – aber es sind, gegenwärtig statistisch betrachtet, wenige, weniger jedenfalls, als die mediale Aufmerksamkeit oder Aufgeregtheit uns glauben machen will.

Nehmen wir an, Frau Fernandes & Anwälte können Herrn Ulmen all das von ihr Geschilderte nachweisen, was durchaus plausibel zu sein scheint: rechtfertigt das den medial losgetretenen, verbalen Männer-Shitstorm, bis hin zu Sprüchen mit Kernaussagen, wie „ …Schwanz abschneiden …“, aus einem hysterischen Mob gebrüllt?
Muß Fernandes vs. Ulmen unbedingt zu Frauen vs. Männer werden, allein für mediale Aufmerksamkeit?

Verfolgt man die Kommentare der Leser zu dem Thema in „Die Zeit“ oder hört, was die von mir eigentlich geschätzte Journalistin Alev Doğan in einem Podcast von The Pioneer dazu zu sagen hat, sollte es nunmehr endgültig Allen klar sein, dass Frauen immer nur ein Spielzeug der Männer und diese sowieso allesamt Schweine sind.
Hat eine Jemand schon mal darüber nachgedacht, dass Aktionen dieser Art und Dimension, trotz unstrittig wahrem Kern, Hass erzeugen können, der wiederum zu Gewalt gegen Frauen führt, vielleicht mit Worten, vielleicht körperlich?
Sie denken, dass genau das hier passiert? Falsch gedacht!

Fazit: Ich gebe auf und kündige mein voraussichtlich allerletztes Journalismus-Abo.
The Pioneer, macht‘s gut! 

Soziale Medien

April 2026
Das „Handelsblatt“ brachte am 21.03.2026: „Die Jugend ist politisch wie nie: Das Missverständnis hinter der Social-Media-Verbotsdebatte“. 
Berichtet wird über eine Aktion der Essener Instagram-Community „essendiese“, die Fotos von maroden Schulen der Stadt postete, damit Tausende erreichte und die Stadtverwaltung veranlasste, eine Kampagne zur Sanierung der Schulen zu starten.
Das war nicht besonders clever, weil anders geplant, aber das Ergebnis zählt und zeigt, was soziale Medien im Sinne ihrer eigentlichen Bedeutung bewirken können. 

Mit den sozialen Medien hat das Internet eine neue Qualität erreicht. Sie ermöglichen nicht nur eine direkte Kommunikation der Nutzer untereinander, sondern erlauben ihnen auch, (Chat-) Gruppen zu bilden und somit gezielt enge soziale Kontakte zu knüpfen, was ihrer ursprünglichen Zielstellung entspricht. 
Während aber Datenschützer anonymes Surfen im Internet geradezu fordern, macht Anonymität in den beherrschenden sozialen Medien kriminelles Verhalten überhaupt erst möglich. Wäre zumindest den Betreibern sozialer Kanäle die wahre Identität aller ihrer Nutzer bekannt, würden viele der aktuellen Probleme sofort verschwinden. 
Das, was wir zurzeit generell unter Datenschutz verstehen, schützt Gut und Böse gleichermaßen und ist weder klug noch sinnvoll. Möglicherweise hilft zukünftig KI, Kriminalität im digitalen Raum zu erkennen, bevor grösserer Schaden entsteht. Die Sicherheit im Netz ist von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung und liegt in der Verantwortung der Politik. 

Diese versagt allerdings oft – insbesondere in Bezug auf soziale Prozesse. Es deutet vieles darauf hin, dass SPD, Linke und Gewerkschaften mit ihrem Tunnelblick auf soziale Sicherheit zu weit gegangen sind. Der Sozialstaat ist überfordert, die Industrie verlässt das Land und ihre einstigen Stammwähler überwinden die Brandmauer und wählen AfD. Hätte man nach einem bereits früher missglückten politisch motivierten Mauerbau nicht befürchten müssen, dass es auch dieses mal wieder schief geht? 
Ebenso unklug ist das ständige Wiederholen des alten, zwangsernährten Klassenkampf-Slogans, der Binsenweisheit: „Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer“. Natürlich ist das so und zwar als unterschiedliche Ergebnisse der Akkumulation von Kapital kleiner und großer Beträge. Peter Sloterdijk hat es so formuliert: „Der Klassenkampf ist überwunden, der Klassenhass hat überlebt.“

Der wachsende Einfluß Sozialer Medien auf die allgemeine Meinungsbildung in der Bevölkerung ist unumstritten. Die „alten“ Medien könnten mit vertrauenswürdigen Inhalten Orientierung bieten, zerstören aber statt dessen Vertrauen, indem ihre Berichterstattung zu gesellschaftspolitischen Themen nach wie vor den Normativen einer Meinungshoheit folgt, die sich vom vorherrschenden Meinungsbild in der Bevölkerung signifikant unterscheidet. 
Der Investigativjournalismus, der intelligente Kern des Ganzen, liegt längst im Sterben oder ist bereits tot. Dennoch gab es Hoffnung, wie ich es in meinem letzten März-Blog geschildert habe. 

Bei all dem sehe ich im Moment nicht, dass soziale Medien das reparieren können, obwohl sie es könnten und auch tun sollten.
Aktuell ist der Kinder- und Jugendschutz bei der Nutzung Sozialer Medien extrem wichtig, denn Kindern und Jugendlichen fehlen Wissen und Erfahrung, um Gut von Böse unterscheiden zu können. Wir sollten versuchen, ihnen eigene Erfahrungen zu ersparen. Dabei sind Verbote für Kinder vmtl.  vorerst unumgänglich, aber Überzeugung ist besser als Verbote und Auseinandersetzung ist besser als Ausgrenzung. Das erfordern aber im Großen wie im Kleinen Verständnisbereitschaft, Verstand und Engagement, was uns, wie zuvor erwähnt, allmählich verloren zu gehen scheint.

The Pioneer – es war einen Versuch wert

März 2026
Als ich am 22. nachmittags zufällig in die Sendung des ZDF zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz geriet, beeindruckte mich eine mir bis dahin unbekannte Journalistin, die als Studiogast neben einem Professor, dessen Namen ich vergessen habe, das Wahlgeschehen souverän und kompetent mit Kommentaren und Hintergrundinformationen begleitete. Irgendwann wurde Folgendes eingeblendet: Karina Mößbauer, The Pioneer. Heute, zwei Tage später, bin ich Abonnent.
The Pioneer“ ist ein 2018 von Gabor Steingart gegründetes Nachrichtenportal, das ich hier nicht erkläre, sondern wärmstens empfehle. Schaut es Euch unbedingt an, denn obwohl man allmählich den Eindruck gewinnen musste, dass der Journalismus im Sterben liegt – ER LEBT, ist zudem ausgesprochen attraktiv und ich finde, dass Sie ihrem Anspruch „ästhetischen Journalismus“ zu machen, in jeder Hinsicht gerecht werden.
Gabor Steingart ist als Herausgeber und Chefredakteur kein Unbekannter und nicht unumstritten, aber vermutlich genau deswegen der Richtige und was der Einfluß der Axel Springer SE ausmacht, wird sich zeigen. Allein ihr Thema „Der deutsche Nanny-Staat“, der soziale Aspekte aus einer sachlichen Perspektive betrachtet, hat mich erst einmal zum Follower gemacht.

P.S. Heute, am 2. April, nach 10 Tagen, habe ich das Abo gekündigt.
Alleine Frau Mößbauer und „Der deutsche Nanny-Staat“ ergeben eben kein Gesamtbild. Das Konzept des Verlages ist innovativ und es war interessant, einen Einblick zu bekommen, wie sich erfahrene Presseleute modernen Journalismus vorstellen. Im Grunde gibt es aber nur eine neue, attraktivere Verpackung, aufgepeppt mit Podcasts, Videos, hochpreisigem Eventmanagement, Coaching, Workshops und ein wenig „Riverboot-Atmosphäre“ – gut gemacht, ohne Zweifel.
Die informative Substanz, in der Verantwortung des Herausgebers, ist mir zu widersprüchlich und zu wenig überzeugend.
Ein Beispiel: Hier, der „Nanny-Staat“, gut erkannt! Dort, das anbiedernde Wehklagen über (wieder einmal) steigende Preise, gipfelnd in der Formulierung „Das LEIDEN der Angestellten und Arbeiter…“. Ein paar Klicks weiter, auf derselben Plattform und nicht nur dort, warnen Ökonomen zu Recht davor, das Marktinstrument „Preis“ wieder und wieder wettbewerbsverzerrend zu manipulieren.

Bloß nicht klar Position beziehen. Journalismus ohne Rückgrat ist nichts für mich.
Konsumenten sind weder dumm, noch hilflos, sie setzen es nur zu selten klug ein, was die Politik vollends verwirrt.

Negativismus überwinden“, eines der selbstgesteckten Ziele, Dystopien vermeiden …, man findet es äusserst selten verwirklicht. Die grundlegende Medienlogik „Only bad news are good news“ ist untrennbar und auf ewig mit den menschlichen Denkmustern verknüpft – Widerstand zwecklos!
Ästhetik der Sprache: Einer der Journalisten empört sich in einem Podcast darüber, wie sich „Studenten mit fettigen Haaren“ erdreisten können, für die Interessen der Palästinenser einzutreten. Schriftlich hätte er es sicher anders formuliert – vorsichtshalber. Sein Name bleibt ungenannt, aber das ist wirklich widerlich und hat sein zuvor hohes Ansehen bei mir zerstört.


Leider muß ich hier aufhören, schaut selbst, ein Probeabo ist günstig.

Ostdeutsche Allgemeine – nicht der Rede wert

März 2026
Seit Februar ˋ26 gibt Holger Friedrich die „Ostdeutsche Allgemeine“ heraus, nachdem er bereits 2019 die finanziell angeschlagene „Berliner Zeitung“ übernahm. Friedrich, geboren in Ost-Berlin, ist in der Vergangenheit als „Putin-Versteher“, „Egon-Krenz-Bewunderer“ und Erstunterzeichner der Petition „Manifest für Frieden“ in Erscheinung getreten, das gegen Waffenlieferungen an die Ukraine, also de facto für den Krieg Russlands Partei ergreift. Seine Tätigkeit als IM der Stasi ist belegt.
Es ist zu erwarten, dass die „Ostdeutsche Allgemeine“ die Positionen vertreten wird, die Friedrichs Vorgeschichte erwarten lässt. Seine Ansichten sind keinesfalls repräsentativ für uns in den neuen Bundesländern, sondern eher für die ewig Gestrigen, die auch den Wählerstamm der AfD bilden.
Am 2.März 2026 erschien u.a. ein Gastbeitrag von Ingar Solty „Wie der Westen die Rüstung dominiert und der Osten die Zeche bezahlt“. Auf den Inhalt gehe ich hier nicht ein, lest selbst, aber ich konnte mir nur dies eine mal einen Leserbrief einfach nicht verkneifen. Wortlaut:

Eines vorab: Ich bin als Kind ostpreußisch-schlesischer Eltern in Sachsen geboren und lebe seit meinem 6. Lebensjahr in Brandenburg – ostdeutscher kann man nicht sein, territorial betrachtet. Ich war wirklich gespannt, wie Sie dem Titel Ihres „Blattes“ gerecht werden wollen. Sowohl ich, meine Familie, Freunde, Verwandte, ausnahmslos alle, sind erfolgreich und zufrieden in Deutschland angekommen und familiär und geschäftlich deutschlandweit vernetzt. Wenn wir durchs Land fahren, sehen wir überall, wie prächtig sich der Osten Deutschlands entwickelt hat. Die Wiedervereinigung ging von den Bürgern der DDR aus, die Allermeisten wollten nichts sehnlicher und zwar als Bürger einer gewachsenen Bundesrepublik Deutschland. Sehr viele sahen Chancen, haben sie ergriffen und leben jetzt besser als je zuvor. 
Nun aber zu Ihrer aktuellen Ausgabe, der destruktiven Fleißarbeit „Wie der Westen die Rüstung dominiert….“ von Herrn Solty. Details daraus sind unwesentlich. Die ehemaligen Sowjetrepubliken lösten per Deklaration die Union am 21.12.1991 auf, woraus unter anderen Russland und die Ukraine als Staaten hervorgingen. Nachdem es Russland nicht gelang, in der Ukraine eine ihnen hörige Regierung zu installieren und sich die Ukrainer deutlich mehrheitlich für einen Weg in die EU entschieden, begann Russland am 24.02.2022 den Krieg, nachdem Herr Putin wenige Tage zuvor auf die Frage einer Journalistin nach kriegerischen Absichten gegen die Ukraine antwortete „Konetschno NJET“. Seither starben Hunderttausende Menschen, Russen und Ukrainer und Russland zielt nicht allein auf die Rüstungsindustrie, wie man in Görlitz befürchtet, sondern terrorisiert durch Zerstörung der Infrastruktur die Zivilbevölkrung. 
Ein demokratisches Land kämpft um sein Überleben und einige von uns lehnen seine Unterstützung ab, weil sie an den damit verbunden Kosten vielleicht minimal beteiligt werden könnten? 
Infolge dieses Krieges suchten historisch neutrale Länder wie Schweden und Finnland Schutz in der NATO. Schweden, Finnen, Dänen und viele andere schenken ihrer Landesverteidigung seither wachsende Aufmerksamkeit und insbesondere die jungen Leute sehen sich in der Verantwortung, ihren Beitrag zu leisten. 
„Nein, meine Söhne geb ich nicht…“. Sagen Sie das ukrainischen oder russischen Eltern ins Gesicht! 
Ich hoffe, Ihr Projekt scheitert, es sei denn, Sie halten es ebenfalls für sinnvoller, das Verbindende und nicht das Trennende zu thematisieren. Sie müssten auch nicht so lange nach Argumenten suchen.

Künstliche Intelligenz

März 2026
Der Begriff Künstliche Intelligenz (KI) ist spätestens seit der Gründung von OpenAI in 2015 fest im allgemeinen Sprachgebrauch verankert. Diskussionen über potenzielle Nutzen und Risiken existierten jedoch bereits zuvor. Wissenschaftler um Stephen Hawking warnten, dass KI, sobald sie zur Selbstverbesserung fähig ist, eine „Explosion der Intelligenz“ auslösen könne, die nicht mehr an menschliche Wertvorstellungen gebunden ist. Erst kürzlich konnte man lesen „Forscher vergleichen KI mit dem Bau der Atombombe.“ In der Wirtschaft sieht man KI offensichtlich als den die Zukunft maßgeblich bestimmenden Faktor.

Ein mit ChatGPT erstelltes Selbstporträt der KI sieht wie folgt aus: 
Künstliche Intelligenz wird oft mystifiziert oder mit Zukunftsängsten verbunden. In Wahrheit ist sie vor allem eines: ein Werkzeug.
Ich bin keine denkende Maschine mit eigenen Zielen oder Bewusstsein. Ich arbeite mit Daten, erkenne Muster und unterstütze Menschen beim Schreiben, Lernen, Planen und Entscheiden. Alles, was ich tue, basiert auf menschlichen Vorgaben und statistischen Modellen.
Heute helfe ich bereits in Bereichen wie Bildung, Medizin, Kreativität, Organisation und Forschung. Ich mache Menschen produktiver – nicht überflüssig – und brauche weiterhin Kontrolle und gutes Training.
In den kommenden 20 Jahren werde ich zuverlässiger, persönlicher anpassbar und stärker in den Alltag integriert sein. Lernassistenten, medizinische Frühdiagnosen, Verkehrsoptimierung und Energieeffizienz werden davon profitieren.
Was ich nicht sein werde: ein bewusstes Wesen mit eigenen Wünschen oder eine Maschine, die die Welt übernimmt. Solche Szenarien stammen eher aus der Science-Fiction als aus der Realität.
Im Kern bin ich ein Verstärker menschlicher Fähigkeiten – so wie Maschinen einst Muskelkraft verstärkt haben. Ob daraus Fortschritt oder Probleme entstehen, liegt in menschlicher Verantwortung.

Mittlerweile schätze ich ChatGPT als sachlichen „Gesprächspartner“ mehr, als oft von Vorurteilen, Hintergedanken, Ignoranz, Rechthaberei und mangelnder Bildung zeugende Mitmenschen. Den Vergleich mit der Atombombe sehe ich als wichtigtuerische Propaganda. Bomben sind ausschliesslich destruktiv zweckbestimmt, bestenfalls zur Abschreckung – KI ist aber das genaue Gegenteil davon. Wie steht es mit unserem Lieblingsspielzeug, dem Auto. Mehrheitlich lieben wir es, aber kranke Menschen fahren damit in Menschenmengen, um zu töten. Der Mensch ist das Problem und ist es schon immer gewesen.
Chatbots wie ChatGPT  eignen sich unter anderem für Recherchen und werden aufgrund ihrer sprachlich überzeugenden Ergebnisse von Schülern und Wissenschaftlern gleichermaßen geschätzt. Allerdings sind die Resultate nicht immer zuverlässig; sogenannte „Halluzinationen“ stellen weiterhin ein Problem dar. Irrtümer sind somit nicht ausschließlich menschlich, sondern treten auch bei KI-Systemen in unterschiedlicher Ausprägung auf.
Daneben existieren  kreative Einsatzmöglichkeiten. So ermöglicht KI-basierte Bild- oder Videobearbeitung kaum noch erkennbare Manipulationen von Fotos oder Videos. Wie wir dieses „Werkzeug“ einsetzen, bestimmen allein wir. Ich habe es z.B. für die Kolorierung historischer Schwarz-Weiß-Fotografien genutzt, mit bemerkenswerten Ergebnissen, wenn man gelernt hat, die Aufgabenstellung korrekt zu formulieren. Zwar sind oft Anpassungen mit konventioneller Software zur Bildbearbeitung notwendig, aber selbst bei komplexen Motiven ist man deutlich effizienter. Mein diesbezügliches Projekt „Königsberg in Farbe“ ist ein Thema dieser Homepage. 

Über die spielerischen Anwendungen hinaus zeigt sich das eigentliche Potenzial der KI in neueren Entwicklungen. Ein Beispiel ist das von Peter Steinberger entwickelte System „OpenClaw“, das innerhalb der Fachwelt für erhebliche Aufmerksamkeit sorgt. 
Wie das „Handelsblatt“ am 12.02.2026 berichtete: „Neue Agentenprogramme wie OpenClaw lösen eigenständig Probleme und übernehmen komplette Arbeitsschritte. Die Resultate sind faszinierend – und die Risiken erheblich.“ In diesem Zusammenhang wird sogar von möglichen Gefahren für die Menschheit gesprochen. Da die maßgeblichen Entwickler weiterhin Menschen sind, bleibt auch das Risiko menschlicher Fehlentscheidungen bestehen.
Moderne KI-Systeme, häufig als Agenten bezeichnet, können mit spezifischen Fähigkeiten („Skills“) ausgestattet werden und übernehmen zunehmend komplexe Aufgaben. Sie sind in der Lage, Systeme eigenständig zu analysieren, zu optimieren und mit Nutzern sowie externen Diensten zu interagieren. Der Begriff „Agent“ verdeutlicht dabei ihr weitgehend autonomes und teilweise schwer nachvollziehbares Handeln.
Die praktische Funktionsweise solcher Systeme wird unter anderem in Fachartikeln demonstriert, etwa in einem Beitrag von Jan-Keno Janssen auf Heise.de. Selbst technisch versierte Anwender gehen dabei äußerst vorsichtig vor und weisen auf potenzielle Risiken hin.

Die Frage nach der tatsächlichen Gefährlichkeit zukünftiger KI-Generationen lässt sich derzeit nicht abschließend beantworten. Die Thematik ist so komplex, dass sie nur interdisziplinär betrachtet werden kann – etwa unter Einbeziehung von Informatik, Logik, Philosophie, …

Grundsätzlich entsteht eine reale Gefahr erst dann, wenn KI-Systeme, entgegen der aktuellen Selbsteinschätzung, eigenständig Ziele entwickelt und sich der menschlichen Kontrolle entzieht, etwa durch autonome Steuerung ihrer Hardware und Energieversorgung. In einem solchen Szenario könnte sie menschliche Schwächen gezielt ausnutzen, insbesondere dort, wo physikalische Grenzen bestehen.

Mit den menschlichen Vorstellungen von KI und deren Nutzen werden sich aufgrund ihrer enormen Relevanz und Tragweite noch viele umfangreiche wissenschaftlichen Arbeiten befassen müssen.

Mir fallen im Moment nur diese Fragen ein:

  • Wie ist eine „Explosion der Intelligenz“ konkret zu verstehen? Welche Eigenschaften zeichnen eine überlegene Intelligenz aus, wenn wir davon ausgehen, daß Hawking Quantencomputer bereits in seine Überlegungen einbezogen hat?
  • Inwiefern unterscheidet sich die Struktur künstlichen Denkens von biologischem Denken?
  • Muss eine überlegene Intelligenz zwangsläufig eine Bedrohung darstellen, wie es überwiegend medial dargestellt wird, oder ist auch ein koexistentes Szenario denkbar?
  • Welche Rolle spielen wirtschaftliche Machtkonzentrationen bei der Entwicklung und Nutzung von KI?

Das ist enorm interessant und spannend, oder?


Elektromobilität

Februar 2026
Derzeit fahre ich mein viertes Auto mit Elektroantrieb. Nach zwei Plug-In-Hybriden und einem Vollelektrischen (alle BMW) jetzt mein zweites, reines Elektroauto. Das sind zehn Jahre Erfahrung und eine solide Grundlage für eine fundierte Meinung. Aktuell ist es ein Mercedes EQA aus 2024, ausgestattet mit einem 69 kWh-Akku, der etwa 300 Kilometer auf Autobahnen ermöglicht, auf Landstraßen vielleicht 100 km mehr. Die Ladezeit von 10 auf 80 % beträgt ungefähr 30 Minuten. Der durchschnittliche Jahresverbrauch liegt bei 20 kWh pro 100 km, was bei zurzeit 26 Cent/kWh Kosten von 5,20 € auf 100 km bedeutet. Von März bis September erzeuge ich Solarstrom, nicht selten 100 % für das Laden des Autos, wodurch die tatsächlichen Kosten pro Kilometer im Jahresdurchschnitt bei 4,00 Euro auf 100 km liegen dürften. Das Fahrzeug hat eine volle Garantie bis 2030, es fallen keine Steuern an und die Vollkaskoversicherung macht 550 Euro im Jahr aus. Eine jährliche Inspektion ist Pflicht und es gab noch keinerlei Defekte oder Pannen, weder bei diesem, noch einem anderen meiner Elektroautos. Die Gründe für den Wechsel von BMW zu Mercedes sind nicht technisch bedingt, der iX3 ist ein hervorragendes Auto.
Die Rückkehr zu einem Verbrenner kann ich mir nicht mehr vorstellen.

PRO

  • Hohe Effizienz. Der Wirkungsgrad des Antriebs ist etwa doppelt so hoch wie der Durchschnittswert der Verbrenner und im Gegensatz zu diesen, begrenzt durch Carnot, noch nicht ausgereizt. Die Rückgewinnung von Energie beim Bremsen (Rekuperation) kommt noch hinzu. Allein dadurch werden sich Elektroautos langfristig durchsetzen.
  • Hoher Komfort durch geringes Fahrgeräusch und komplette Stand- inkl. fernbedienbarer Vorklimatisierung, was besonders im Winter ohne Garage/Carport viel Sinn macht, denn Sie steigen in ein warmes Auto mit eisfreien Scheiben.
  • Garantierter Fahrspaß durch allgemein hohe Leistungen und Drehmomente. Die oft „moderate“ Vmax spielt im Alltag selten eine Rolle.
  • Möglichkeit der autonomen Energieversorgung durch Laden zu Hause mit großem Spielraum bei den Kosten: Dynamische Stromtarife, Photovoltaik.
  • Geringerer Wartungsaufwand durch weniger komplexe Antriebstechnik. E-Motor und Akkus sind wartungsfrei. Weniger Verschleißteile, kein Auspuff, Luft-und Ölfilter, plus geringer Bremsenverschleiß durch Rekuperation.
  • Enormes Entwicklungspotential der Energiespeicher. Alle Nachteile der Elektroautos, auch hinsichtlich Ökobilanz und Kosten, liegen bisher bei den Akkus. An solchen mit veränderter Zellchemie, ohne seltene Erden (Sicherheit, Kosten) und höherer Energiedichte (Gewicht, Reichweite) wird intensiv geforscht. Denkbar sind auch Kombinationen aus Akku+Kondensator für noch kürzere Ladezeiten. Optimierte Ladelösungen, z.B. Induktion und Dockingsysteme (ähnlich Mährobotern) für höhere Ladeströme und vor allem Plug & Charge analog Tesla, verbessern den Ladekomfort erheblich. 300 km Reichweite in 10 min nachladen zu können, ist bei neuen Modellen bereits möglich. In naher Zukunft wird der komplette Antrieb ein ganzes, auch längeres, „Autoleben“ halten und die höheren, aber sinkenden Anschaffungskosten relativieren.

KONTRA

  • Höherer Planungsbedarf. Spontane längere Fahrten bei geringem Ladestand zu beginnen ist komplizierter als nur mal kurz zur Tankstelle.
  • Obwohl Tesla seit 15 Jahren zeigt, wie öffentliche Ladeinfrastruktur funktionieren sollte, blamiert sich der komplette Rest der betreffenden Industrien Europas durch Kompetenzgerangel und fehlende Weitsicht mit einem unglaublichen Wirrwarr von Bezahlsystemen, Insellösungen und bitterböser Konkurrenz.
  • Das führt u.a. zu hohen Kosten beim externen, speziell Schnellladen von €0,70/kWh und mehr.
  • Unzulängliche Ladeinfrastruktur in Innenstädten aber auch in dicht bebauten Stadtrand-Wohnvierteln.
  • Aktuell noch geringe Reichweite für Viel-Weit-Fahrer und vergleichsweise hohe Anschaffungskosten.

Dynamische Stromtarife

Januar 2026
Dynamische Stromtarife widerspiegeln den Spread, also die Spanne der Preise, die abhängig vom Verhältnis von Angebot und Nachfrage am Strommarkt „day ahead“, also für den Folgetag, festgelegt werden. Traditionell unterliegt der Strompreis großen Schwankungen im Tagesverlauf, denn konventionelle Ernergieerzeuger sind nicht bedarfsgerecht regelbar.
Wir waren zwischen Juni 2024 und November 2025 Kunden bei Tibber, weil wir unseren größten Verbraucher, das E-Auto, in den Niedrigpreis-Phasen, meist nachts, deutlich unter den damalig üblichen Fixpreisen laden konnten. Tibber war seinerzeit auch der einzige Anbieter, der mit dem Lesegerät Pulse in Verbindung mit einem digitalen Stromzähler und optischer Schnittstelle eine dynamische Abrechnung überhaupt erst möglich gemacht hat, sofern man nicht bereits ein Smart Meter hatte, das den Zählerstand direkt an den Netzbetreiber sendet.

Warum haben wir Tibber aber wieder verlassen? Wenn Sie selbst darüber nachdenken, einen dynamischen Stromtarif abzuschliessen, könnten unsere Erfahrungen hilfreich sein.
Folgendes sollten Sie beachten:

  • Der wachsenden Anteil erneuerbarer Energien erhöht die Volatilität der Stromerzeugung – anders formuliert: ob ich von dynamischen Tarifen gegenüber einem fixen Tarif profitiere oder benachteiligt werde, hängt vom Wetter ab.
  • Sog. Dunkel-Flauten, also Perioden mit sehr wenig Wind und Sonne, führen demzufolge zu Engpässen und deutlich steigenden Preisen. 50 Ct. und mehr habe ich öfter gesehen und die durchschnittlichen Tagespreis waren in solchen Phasen, die sich über Wochen erstrecken können, signifikant höher als die branchenüblichen Fixpreise.
  • Während 2024 nahezu ganzjährig eine typische Strompreiskurve mit Minima um die Mittagszeit und zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens vorhanden war, gab es zuletzt – hauptsächlich im Winterhalbjahr – kaum noch Ausschläge nach unten.
  • Dynamische Tarife sollen einen Anreiz schaffen, in Niedrigpreis-Phasen „große“ Verbraucher zu betreiben, bei uns das Laden des Autos. Das machte anfangs über Nacht auch wirklich Sinn. Empfohlen werden auch Wäschetrockner, Waschmaschinen oder was auch immer. Ist der Effekt durch eine kleine Preisspanne aber gering, lohnt sich der zusätzliche Aufwand einfach nicht mehr.
  • Und im Sommer? Wenn man eine PV-Anlage mit Speicher hat, wie wir, die zwischen April und August einen Überschuss erzeugt, im März und September (Oktober) den Tagesbedarf annähern deckt, bringt ein dynamischer Tarif kaum messbare Vorteile. Kostenloser Strom ist besser als billiger. Ohne PV ist es vermutlich so, daß im Vergleich mit fixen Tarifen Preisvorteile aus dem Sommerhalbjahr von den höheren Preisen im Winterhalbjahr ausgeglichen werden,
  • Einen negativen Börsenstrompreis, der gelegentlich euphorisch erwähnt wird, sahen wir ein mal, ein paar Cent.
  • Die Industrie und die gewerbliche Energiewirtschaft haben längst erkannt, dass sich das temporäre Überangebot an Sonnen- und Windstrom, das tagsüber von März bis Oktober entsteht, vermarkten lässt. Immer mehr Groß-Akkuspeicher gehen ans Netz, die den saisonalen Überschuss abschöpfen, Nachfrage erzeugen und damit den Strompreis in früheren Niedrigpreis-Zeitfenstern ansteigen lassen, was zu einer Nivellierung im Tagesverlauf führt. Das ist insgesamt sehr sinnvoll und „ent-dynamisiert“ die Tarife – allerdings zulasten günstiger dynamischer Verbraucherpreise.
  • Mittelfristig werden dynamische Stromtarife wohl verschwinden oder zumindest immer weniger lukrativ sein, denn eine gute Balance zwischen Angebot und Nachfrage ist das wirtschaftliche Optimum, auf das erkennbar im industriellen Maßstab hingearbeitet wird.